Gluten (aus Weizen, Roggen, Gerste usw.) und Kasein (Milcheiweiß in Kuh‑, Schafs‑, Ziegenmilch und Käse, Joghurt, Quark) können bei vielen Menschen stille Entzündungen der Darmschleimhaut fördern und die Schutzbarriere schwächen. Über dieses „Leaky-Gut“-Prinzip gelangen kleine Eiweißbruchstücke und Toxine (Giftstoffe) leichter ins Blut und können das Immunsystem dauerhaft reizen. Aus Gluten und Kasein entstehen zudem sogenannte Opioidpeptide, die bei empfindlichen Menschen Gehirn und Nervensystem beeinflussen und Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen oder Schmerzen verstärken können.
Typische Quellen sind Brot, Brötchen, Nudeln, Pizza, Kuchen und Gebäck sowie Milch, Käse, Joghurt, Quark, Sahne und viele Fertigprodukte. Für gesunde Menschen ist Gluten nach aktueller Studienlage nicht automatisch schädlich, aber für viele Betroffene mit chronischen Beschwerden ist der Verzicht ein entscheidender Schlüssel zur Besserung – oft erst, wenn sie es endlich konsequent ausprobieren. Ich gebe diese Empfehlung seit vielen Jahren, erlebe aber immer wieder, dass sie zunächst ignoriert und erst befolgt wird, wenn „jemand anderes“ dasselbe rät – dann erstaunlicherweise mit deutlich spürbarer Verbesserung der Beschwerden. Genau deshalb möchte ich heute noch einmal liebevoll, aber sehr klar betonen, wie ernst ich diese Empfehlung meine. Bitte verstehen Sie: Ich werde diese Empfehlung künftig nicht immer wieder neu wiederholen, denn die Informationen liegen nun offen vor Ihnen.
Wenn Sie sich darin wiederfinden, lade ich Sie herzlich ein, eigenverantwortlich für einige Wochen konsequent auf glutenhaltiges Getreide und Milchprodukte zu verzichten und Ihren Körper aufmerksam zu beobachten. Für Fragen zur praktischen Umsetzung (alternative Lebensmittel, Kochideen, Umgang im Alltag) stehe ich Ihnen natürlich weiterhin gerne persönlich zur Verfügung, sofern Sie sich mit den unten aufgeführten Tipps nicht bereits ausreichend versorgt sehen. ANMERKUNG: selbstverständlich gibt es noch weitere „Problemfelder“ aus dem großen Feld der „Nahrungsmittel“, welche zu einem späteren Zeitpunkt ebenso kritisch beleuchtet werden sollen.
Wissenswertes zu diesem Artikel – WAS ist WAS und was kann ich stattdessen essen?
Gluten1: Gluten ist ein Proteinverbund in Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel, der Teig elastisch macht und bindet. Es wird auch als „Klebereiweiß“ bezeichnet. Gluten versteckt sich häufig in Fertiggerichten, Soßen, Suppen (als Bindemittel), in Wurstwaren oder gar in Süßigkeiten.
Es gibt eine Vielzahl an Lebensmitteln, die von Natur aus glutenfrei sind. Hafer gilt beispielsweise als glutenfrei, wird allerdings häufig in der Nähe von anderen Getreiden angebaut oder in den gleichen Maschinen verarbeitet, so dass dieses für Allergiker oft mit Vorsicht betrachtet wird.
Viele weitere unverarbeitete Lebensmittel sind von Grund auf sicher für eine glutenfreie Ernährung:
- Getreide & Pseudogetreide: Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amaranth.
- Gemüse & Obst: Alle frischen und tiefgekühlten Sorten im naturbelassenen Zustand.
- Tierische Produkte: unpaniertes Fleisch, frischer Fisch, Eier sowie Milch und Naturjoghurt ohne Zusätze.
- Hülsenfrüchte & Nüsse: Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Soja sowie unverarbeitete Nüsse und Kerne
Leaky-Gut“2: engl. durchlässiger Darm bedeutet, dass die Barrierefunktion der Schleimhaut des Dünndarms gestört ist. In Folge dessen können Bakterien und Toxine aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und systemische Entzündung fördern.
Opioidpeptide3: Körpereigene Stoffe, die das Schmerzempfinden, Stressreaktionen und das Belohnungssystem regulieren
